

| Name | Hedwig Helene Stiel | |
| Geburt | 23 Jan 1898 | Eschweiler, (DE) [1] |
| Geschlecht | weiblich | |
| Leben & Wirken | Nachdem ihre Eltern verstorben waren, betreute Elisabeth Hilgers (1884-1951) die geistig verwirrte Hedwig Helene Stiel. Hedwig konnte nicht sprechen; sie nuschelte nur unverständliche Worte. Elisabeth Hilgers übenahm Hedwigs Betreuung trotz der Gefahren, die von den Nazis drohten. Hedwig war bis dahin in Eschweiler mit der Adresse Grabenstraße 6 gemeldet. Sie wurde mit Datum vom 02 Aug 1939 nach Schevenhütte abgemeldet. An- und Abmeldedaten aus Schevenhütte liegen nicht vor. Elisabeth Hilgers nahm Hedwig Stiel in ihrer Wohnung in Schevenhütte auf. Bei warmen Wetter saß sie dann in der Gartenlaube. Gegen 1941/1942 war Hedche, wie die Kinder sie nannten, verschwunden. Man berichtete, daß man ins Haus in der Grabenstrasse gekommen [vermutlich jedoch Schevenhütte, da das Haus in Eschweiler bereits 1939 arisiert wurde] sei und Hedwig zur Untersuchung mitgenommen habe. Nach ein oder zwei Tagen sei dann noch einer gekommen der Elisabeth Hilgers mitteilte, daß Hedwig im Krankenhaus wäre; es bestehe Ansteckungsgefahr. In welches Krankhaus sie gebracht wurde wisse er nicht. Sie starb am 02 Jan 1942 wahrscheinlich im Israelitischen Pflegeheim Bendorf-Sayn (Jacobysche Anstalten), der Tod wurde vom Standesamt Bendorf/Rhein beurkundet. Da die Deportationen der Patienten, Pfleger und Ärzte aus der Anstalt Bendorf-Sayn in Ghettos und Konzentrationslager (Izbica, Sobibor, Auschwitz) erst am 22 Mär 1942 begannen, ist es gut möglich, dass Hedwig Stiel eines natürlichen Todes gestorben ist. Sie wird allerdings weiterhin als Opfer der Judenvernichtung, da man davon ausgeht, dass sie nicht freiwillig bzw. nicht auf Veranlassung von Verwandten nach Bendorf-Sayn gekommen ist, sondern von den Nationalsozialisten dort zwangseingewiesen wurde. Nach dem Krieg besuchte ein Sohn der Eheleute Stiel Schevenhütte, um Elisabeth Hilgers zu besuchen. Er war aus Israel und bei ihm handelte es sich sicherlich um Otto Stiel (1893-). Vom Schicksal seiner Schwester Hedche wußte er nichts; ansonsten war er ziemlich schweigsam. Ihre drei Brüder Paul, Otto und Hermann emigrierten bereits 1933 nach Palästina. Hedwig blieb, mit ausreichend Geld versehen, in der Obhut der Frau Hilgers zurück. Beide lebten weiter in dem Haus Grabenstraße. Als das Haus August 1939 arisiert wurde, zogen beide Frauen nach Schevenhütte, sie sollen beim Schwager der Frau Hilgers, Peter Wirtz, gewohnt haben. Hedwig Stiel kam später ins Kreisaltenheim und dann in ein jüdisches Heim für geistig Behinderte, sie starb dort noch bevor die Nazis sie nach Auschwitz schicken konnten. [1, 2] | |
| Tod | 2 Jan 1942 [1] | |
| Verbindung | Elisabeth Hilgers (Beziehung: Betreuerin) | |
| Personen-Kennung | I124373 | Crasciniaci_20250908 ohne 20229 |
| Zuletzt bearbeitet am | 10 Feb 2025 | |
| Vater | Isaak Stiel, geb. 2 Jan 1855, Sankt Jöris, Eschweiler, (DE) gest. 9 Okt 1921, Eschweiler, (DE) (Alter 66 Jahre) | |
| Mutter | Emma Stiel, geb. 1 Sep 1862, Eschweiler, (DE) gest. 17 Okt 1932, Aachen, (DE) (Alter 70 Jahre) | |
| Eheschließung | 2 Mrz 1887 | Eschweiler, (DE) [3] |
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| Familien-Kennung | F88294 | Familienblatt | Familientafel |
| Fotos | Stiel, Hedwig Helene (1898-1942) Stiel, Hedwig Helene (1898-1942) 27. Januar 2019 um 18:59:13 MEZ Koordinaten: 31.93916666666667, 34.79722166666667 | |
| Stiel, Hedwig Helene (1898-1942)-Enh |
| Quellen |