| Leben & Wirken |
Bereits im Jahre 1792 ging die St. Johannis-Hütte in den Besitz der Großfamilie Siegwart über - es waren zwei Brüder, Peter und Josef, und ihr Schwager Franz Josef Schmidt. Die Siegwarts waren eine Glasbläser-Familie aus St. Blasien im Schwarzwald. 1831 schied Peter Siegwart wieder aus um in Stolberg eine andere Glashütte zu übernehmen. Nach dem Tode des anderen Siegwart, Josef - etwa 1833 -. verkaufte dessen Witwe das Anwesen an den Eschweiler Hubert Schneiders, der die Hütte mit anderen Mitinhabern - wohl Glasbläsern - bis 1838 weiter betrieb, um sie dann dem Aachener Bankier Zurhelle zu überlassen.
Die Familie Siegwart trug maßgeblich zur Entwicklung der Glasindustrie in Stolberg bei. Sie produzierten eine Vielzahl von Glaswaren, darunter Trinkgläser, Flaschen, Parfümflakons und Kristallglas. Bereits 1849 errichteten sie in der Glashütte im Prattelsack einen „Kristallofen nach französischer Art“, vermutlich den ersten seiner Art auf deutschem Boden.
Peter Siegwarth hatte die Hütten Prattelsack und Nikolaus gekauft und dann seinen Kindern (Franz Joseph war eines davon) vermacht. Wohl aus Altersschwäche verpachtet der alte Joseph Siegwarth die Johanneshütte 1831 an [Schwiegersohn?] Franz Josef Schmidt, [Schwager?] Franz Schuh und einen Herrn Krings. Alle sind Glasbläser. Scheinbar war besagter Herr Krings mit dem Peter Krings identisch, der 1835 die Glashütte Münsterbusch pachtet. 1833 stirbt Joseph Siegwart. Seine Witwe verkauft St. Jean an den Eschweiler Hubert Schneiders, Franz Josef Schuh und Josef Vossen.
Alles wieder verkauft: Dazu vermerkt der Heimatkundler Ludwig van Alpen 1845 in seiner Schrift „Einige Nachrichten über Stolberg": „Sie (die Siegwarts) machten so gute Geschäft, daß sie eine zweite Hütte (Prattelsack) und nach und nach sämtliche Gebäude errichten, welche Ihnen und ihren Arbeitern zur Wohnung dienten. Eins fehlte ihnen aber bei ihrem Glück, kaufmännische Kenntnisse und Ordnung in den Geschäften. Und so geschah es, daß sie … zurückgingen und alles verkaufen mußten." [2, 3] |
| _ORIGIN |
Die Glasmacherfamilie Siegwart kann bis ins Jahr 1508 im „Welzheimer Wald“ südlich von Backnang in Württemberg zurückverfolgt werden. Peter Siegwart verstarb 1832. Seine Nachkommen, darunter Franz Joseph Siegwart, führten die Glashütten weiter und prägten die Glasproduktion in Stolberg über mehrere Generationen hinweg.
Die Glasmacher-Familie Siegwart stammt vermutlich aus dem „Welzheimer Wald“, südlich von Backnang in Württemberg, wo sie ab 1508 nachgewiesen werden kann. Vgl. Nest, Peter, Die Glashütten im Warndt, Völklingen 1999, S. 90 f. [2] |