| Leben & Wirken |
Karlman, 15 April 781 in Rom durch Papst Hadrian Pippin getauft, geb.777, gest. 8 Juli 810, wurde 781 König von Italien als Pippin I Eine der 4 letztgenannten Töchter soll den Grafen Lambert I.von Nantes, (gest. 1 Sept. 836), Sohn von Graf Wido, geheiratet haben.
Pippin erhielt den Namen Pippin wohl erst, als er, in Anwesenheit seines Vaters, am 15. April 781 von Papst Hadrian I. in Rom getauft und zum König von Italien gesalbt wurde. Ob die Einsetzung durch den Vater erfolgte, ist unklar. Pippin zählte seine Herrschaft jedenfalls ab dem Datum seiner Salbung. Der Papst war Taufpate, womit er die compaternitas mit der karolingischen Familie bekräftigte, aber auch Garant der spirituellen Einsetzung war. Schon auf der Rückreise von Rom zog Pippin feierlich in den Königspalast von Pavia ein.
Dabei stand Pippin zunächst unter der Vormundschaft Adalhards, des Abts von Corbie. Dieser war ursprünglich der Vertraute des Bruders Karls des Großen, Karlmann gewesen. In seinem Kloster saß wohl Desiderius, der letzte Langobardenkönig, in Gefangenschaft – wohl über 786 hinaus. Zwar hatte sich Adalhard wegen des Langobardenkriegs 774 mit Karl überworfen, doch 781 hatten sich die Halbbrüder versöhnt und Adalhard hatte daraufhin die Abtswürde in Corbie erlangt. Adalhard wiederum war an der Hofschule des Königs überaus gut vernetzt, so dass sein Einfluss auf kulturellem Gebiet enorm zunahm. „Möglicherweise muss man sogar das Zentrum der Hofschule Karls des Großen im Kloster Corbie annehmen", meinte 2015 Stefan Weinfurter. Die Vorlagen für die geradezu massenhaft abgefassten Abschriften antiker Werke stammten wiederum meist aus Italien, wenn auch Bonifatius oder die Iren einige Schriften gesammelt hatten. Als besonders reich gilt die Bibliothek des Klosters Castellum Lucullanum (die ehemalige Villa des Lukull) auf der Insel Megaride (heute in Neapel), wo sich im 6. Jahrhundert die bedeutendste Schreibschule des lateinischen Westens entwickelte. Eine ähnlich bedeutende Schreibschule befand sich im 6. Jahrhundert in Ravenna. Im 6. und 7. Jahrhundert entstanden bedeutende Schreibschulen in Südfrankreich, dann im burgundischen Luxeuil, von wo 662 das neu gegründete Königskloster Corbie besiedelt wurde; auch Chelles wurde zu einem bedeutenden Überlieferungszentrum. 613/14 entstand in Oberitalien mit Bobbio das wwichtigste klösterliche Zentrum, das gleichfalls zu einem wichtigen Überlieferungszentrum avancierte. Zu Karls und damit zu Pippins Zeit dürfte aber die neu geschaffene Hofbibliothek, die später überwiegend zugunsten der Armen verkauft wurde, von großer Strahlkraft gewesen sein (vgl. Karolingische Renaissance).
Die höheren Positionen in Italien übernahmen nun Franken, Bayern und insbesondere Alamannen, das galt auch für die Königsboten, die missi dominici, vor allem aber für den Klerus. Klöster im Frankenreich erhielten zudem ausgedehnte Ländereien in Italien, und es wurden so viele Kirchenämter mit Männern aus dem Frankenreich besetzt, dass Papst Hadrian I. sich in einer Anfrage an Karl sorgte, ob auch er, der Papst – wie er gehört habe –, von einem „de gente vestra", also ‚aus eurem Volk‘ ersetzt werden solle. Auch kam eine erhebliche Zahl von Siedlern, kleinen Grundherren und Vasallen (vassi) auf die Halbinsel, meist als vassi domni regis. Als fideles nostri Franci (‚unsere getreuen Franken‘) erhielten diese für den Kriegsdienst vorgesehenen Männer beneficia (Ausstattungen, eig. Wohltaten). Ihre Siedlungsschwerpunkte lagen um Mailand und Pavia, von Como bis Lecco, um Parma, Lucca und Piacenza. Fast ein Drittel der Bevölkerung, so wurde geschätzt, stammte aus Alamannien.
Pippin musste ihre Volksrechte kennen, unter denen die Zuwanderer weiterhin lebten, denn über sie musste der König gegebenenfalls zu Gericht sitzen können. Auch wies sein Herrschaftsgebiet eine weitere kulturelle Eigenständigkeit auf, was das lange Festhalten an der Alemannischen Minuskel belegt. [4] |