

| Name | Engelbert Regh | |
| Präfix | Bürgermeister Dr. phil. | |
| Geburt | 12 Feb 1887 | Köln, (DE) [1] |
| Geschlecht | männlich | |
| Leben & Wirken | Der promovierte Jurist entschloß sich schon früh Berufspolitiker zu werden. Der Kölner Katholik trat 1919 der Partei der deutschen Schwerindustrie, der rechtsliberalen Deutschen Volkspartei, bei. Er brachte es im selben Jahr zum Generalsekretär. Von 1929 bis 1931 war er Stadtverordneter von Köln und von 1930 bis 1932 Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis Köln-Aachen. Nach Hilters Machtübernahme war er Mitverfasser des Auflösungsaufrufs seiner Partei, die zum Eintritt in die neue nationale Bewegung aufrief. So vollzog auch er am 1 Mai 1933 den Eintritt in die neue national Bewegung. Am 25 Feb 1935 wurde Regh "durch Regierungsverfügung” mit Billigung des Gauleiters der NSDAP, Grohe, von Regierungspräsident Reeder, Aachen, offiziell in das Amt des Bürgermeisters der Stadt Stolberg eingeführt. Es ist leider ebenfalls nicht mehr rekunstruierbar, welche Umstände dazu beigetragen haben, daß gerade Regh mit dieser Aufgabe betraut wurde. Dr. Eugen Regh war nicht – wie machmal vermutet – der Nachfolger von Dr. Feldhege, sondern von Anton Braun, der jedoch wegen Unterschlagung in Köln schon nach drei Monaten aus seinem Bürgermeisteramt in Stolberg entfernt wurde. Dr. Regh war von 1935 bis 1944 Bürgermeister der Stadt Stolberg. Seine Amtszeit fällt also in den Zeitraum, in dem die Nationalsozialistische Partei Deutschlands die Staatsmacht innehatte. Am 30 Jan 1935 wurden mit der "Deutsche Gemeindeordnung” die Gemeinderäte abgeschafft. Engelbert Regh, bis dahin aktives Mitglieder der Deutschen Volkspartei (DVP), trat 1933 gemeinsam mit einer Gruppe von Parteifreunden der NSDAP bei, obwohl er sich nicht mit dem Programm der Nationalsozialisten identifizierte. Ihn bewogen taktische Erwägungen, den wiewohl wesentlich verengten Handlungsspielraum im Bereich der offiziellen Politik nicht aufzugeben, sondern weiter zu nutzen in der Hoffnung, politische "Lücken” im nationalsozialistischen System nicht nur besetzt zu halten, sondern nach Möglichkeit zu erweitern. Es ist nicht verfolgbar, ob und wenn ja, in welcher Weise Regh seine Absicht, durch innerparteiliche Anstrengungen die Politik der NSDAP zumindest im lokalen oder regional Bereich zu "mäßigen”, in den Jahren vor 1945 hat realisieren können. Tooren glaubt, daß Regh sich in den Jahren nach 1933 sehr zurückgehalten hat. Neben seinem Eintritt in die NSDAP, trat er zahreichen nationalsozialistischen Nebenorganisation bei, wie z.B. NS-Rechtswahrerbund, NS-Reichskriegerbund, NS-Reichsschriftenkammer, NS-Kulturbund, NS-Juristenbund, Reichsbund deutsche Beamten wie der Nationalsozialsozialistischen Volksfürsorge. In Köln war er auch Ortsgruppenführer der nationasozialitischen Reichskammer der bildenden Künste und stellvertretender Geschäftsführer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland. Bereits einen Monat nach seinem Ansantritt verfügte er, daß sämliche Bedienstete der Stadtverwaltung Stolberg den "Völkischen Beobachter”, das nationalsozialitische Kampfblatt, zu abonieren hätten. Der Erfolg war umwerfend. Dr. Regh konnte dem Landrat melden, daß von 191 Beschäftigten nur einer den "Völkischen Beobachter” nicht beziehe. 1937 verfügte Bürgermeister Regh in Absprache mit der Industrie- und Handelskammer, daß der seiner Zeit ausgestellte Reisepaß des Juden Walter Salomon nur noch bis zum 24 Dez 1937 Gültigkeit habe und danach auch nicht mehr verlängert wurde. Salomon floh mit seinen Söhnen und Enkeln nach Amsterdam. Die Aberkennung der deutschen Reichsangehörigkeit vollzog Dr. Regh am 9 Mai 1939. Am Tag nach der Reichskristallnacht, dem 10 Nov 1938 um 6.30 Uhr morgens verfügte Bürgermeister Dr. Regh die Verhaftung von sechs Stolberger Juden. Die Haftbefehle waren schon vorher ausgestellt worde. Es wurden verhaftet Berthold Wolf in Aachen, Langemarckstrasse 60, Friedrich Holländer in der Münsterbachstrasse 1, Pauyl Mainser im Steinweg 78, Willi Cohn im Steinweg 23, Isidor und Moritz Wächter im Steinweg 15. Sie alle wurden in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht. Unter Regh wurde die Besetzung der Stolberger Stadtverwaltung mit nationalsozialistischen Parteimitgliedern systematisch vorangetrieben. Die Quotenvorgabe (38%) von Hermann Göring wurde bei weitem übertroffen. Als die Amerikaner ihn am 1 Okt 1944 entließen, ghörten von den 98 Bediensteten der Stolberger Stadtverwaltung nur drei nicht der NSDAP an, dies waren Käthe Barwasser, Hübert Connotte und Michael Deuster. Mit Optimismus und Begeisterung ist Regh zu Beginn seiner Bürgermeisterzeit das Thema Stadtgestaltung angegangen; aufgrund der Restriktionen durch die poitische Entmachtung der Kommunen und die sich verdichtende Kriegsgefahr konnten aber nur die wenigsten seiner Vorstellungen auch realisiert werden. Bürgermeister Dr. Regh verfügte im Zusammenarbeit mit seinem damaligen Stadtbaumeister Ende Jan 1939, daß den Juden die Benutzung von Bänken in öffentlichen Parkanlagen verboten sei. Im Stadtbad in der Grünenthalstrasse wurde ein Schild angebracht mit der Aufschrift "Juden ist die Benutzung untersagt”. In der Stadtbücherei und im Lesesaal wurde ebenfalls solche Schüler angebracht "Juden ist der Zutritt verboten”. Reghs Bestrebungen gingen dahin, den Anschluß an die Fortschritte, die Stolberg auf industriellem Sektor bereits vollzogen hatte, auch im Bereich des Stadtlebens nachzuholen. Einige der Grünanlagen, die damals auf Initiative Reghs eingerichtet wurden – wie der Stadtgarten – schon früh wieder Opfer von Planierraupen und dem Trend, die Innenstädt zuzubauen. Allein 23 sogenannte alte Kämpfer, also die die vor dem 1 Jan 1933 in die NSDAP eingetreten waren, fanden, nachdem Regh Bürgermeister wurde, bei der Stolberger Stadtverwaltung ein gesichtertes Auskommen. Ein früherer Landwirtschaftsgehilfe -- immerhin seit dem 1 Mär 1932 Parteimitglied - avancierte in kürzester Zeit zum Oberpolizeimeister. Reghs Handlungen während des Krieges und insbesondere während der letzten Wochen und Tage, während denen die Front Stolberg überrollte, waren vor allem von zwei Gesichtspunkten geleitet, von der Verantwortung für das Überleben der Stolberger Bevölkerung sowie die Hoffnung auf Kriegsende und friedlichen Neubeginn. Sein Einsatz und sein Handeln gegen Parteibefehle waren einerseits Beweis für sein antinationalsozialistisches Bewußtsein, andererseits war er Mitglied der NSDAP gewesen und hatte bei Teilen der Bevölkerung den Eindruck erweckt, daß er den Geist der ‘nationalsozialistischen Bewegung’ zumindest propagandistisch mit unterstützte. Weil sich Regh nicht als ‘integrer Demokrat’ ausweisen konnte, hatten die Amerikaner gute Gründe ihn nicht legitimerweise im Bürgermeisteramt belassen zu können, auch wenn es ihm persönlich als hart und ungerecht erschienen sein mag. Engelbert Regh wurde von den Militärbehörden am 1 Okt 1944 aus seinem Amt entfernt. Am 13 Dez 1946 wurde Engelbert Regh im Verlauf der Entnazifizierungsverfahren rehabilitiert, aber nicht wieder mit kommunalpolitischen Ämtern betraut. Bis 1947 war er ohne geregeltes Einkommen. Die Malerei – sein früheres Hobby – wurde für ihn während dieser Zeit sein Haupterwerb. Mit Eiffellandschaften und Stolberger Motiven hielt er sich bis 1947 über Wasser. Ab dann bezog er eine Beamtenpension. 1950 kandidierte er bei den Landtagswahlen für die FDP im Wahlkreis Düren. Zwei Jahre später wurde Regh als Vertreter der FDP sowohl in den Aachener Kreistag, als auch in der Rat der Stadt Stolberg gewählt. Im Kreistag bekleidete er von 1952 bis 1954 den Posten des Kreisdeputierten. 1956 erinnerte Bürgermeister Kuckelkorn an Regh und seine Verdienste, vor allem an seine Initiative, durch die er während der letzten Kriegstage die Zwangsevakuierung der Stolberger Restbevölkerung verhindert hat. Stolbergs Bürgermeister Dr. Engelbert Regh erwies sich als außerordentlich folgsamer Gehilfe der NSDAP-Parteiführung. [1, 2, 3, 4, 5, 6] | |
| Tod | 23 Aug 1955 | Stolberg, (DE) [7] |
| Personen-Kennung | I28332 | Crasciniaci_20250908 ohne 20229 |
| Zuletzt bearbeitet am | 3 Jul 2019 | |
| Vater | Johannes Josef Regh | |
| Mutter | Elisabeth Posse | |
| Familien-Kennung | F48289 | Familienblatt | Familientafel |
| Familie | Mathilda Damm | |||||
| Eheschließung | 9 Aug 1919 [1] | |||||
| Kinder |
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| Familien-Kennung | F20393 | Familienblatt | Familientafel | ||||
| Zuletzt bearbeitet am | 4 Nov 2010 | |||||
| Fotos | Regh, E Dr |
| Quellen |
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