| Leben & Wirken |
In seinen Erinnerungen an den Erster Weltkrieg schrieb Peter Joussen (1894-1984), daß er sich beim Landgang in Kiel die Stadt und wiederholt das Prinz-Heinrich-Schloß angeschaut hatte. Dort begegnete er einem bekannten Gesicht. "Bist du nicht Jansens Rainer?” sprach er den Matrosen an. "Jawohl”, sagte der. Es war Rainer Jansen, der jüngste Sohn von Peters Mausbacher Lehrer Jansen. Rainer dienste auf einem Torpedoboot und war auch bereits ein Jahr bei der Marine. Sein Boot war im Kampf getroffen worden und gesunken. Er hatte Glück gehabt und war gerettet worden. Rainer wartete jetzt auf einen neuen Einsatz auf einem neuen Boot. Er hatte gerade Urlaub und war auf dem Weg in den sogenannten Brunswicker Bierpalast, ein Hotel in der Nähe. "Da gehe ich aber nicht mit hinein”, sagte Peter Joussen zu ihm, "denn dann muß ich ja immer nur strammstehen!” "O, watt, das brauchst du doch nicht”, entgegnete Rainer Jansen, "das sind nur Offiziere, die da verkehren.” Rainer Jansen war diesen Fimmel gewohnt und verkehrte dort ständig. Peter ist dann doch mit ihm hineingegangen und trank mit Rainer dort einen Pott Kieler Bier. Dort lernte Peter sich zu wundern. Der Ober, der das Bier servierte, war ein Liliputaner. Für ihn als Junge vom Lande, war der kleine Mensch, der Liliputaner, der in dem Restaurant bediente, ja etwas Unfaßbares, was er noch nie gesehen hatte. Der Kleine war nicht mehr als etwa 1m - 1,20 groß. Er mußte sich unheimlich mühen, die halben Liter Bier auf den Tisch zu stemmen. Der Anblick war natürlich ihn urkomisch. Das winzige Männlein in seinem kleinen roten Fräckchen mit den viel zu großen Bierkrügen war unehimlich ulkig anzusehen. Beide mußten sich schon schwer das Lachen verkneifen. [1] |